Dr. Werner Krause

Text: Klaus Schäfer

Dr. Werner Krause studierte Volkswirtschaft und Jura. Er wurde 1923 für die NSDAP aktiv und trat ihr 1930 bei. In Hannover wurde er auf ihrer Lise als Bürgervorsteher gewählt. Ab 1934 war er hauptamtlich für die NSDAP tätig. Seine Laufbahn als Bürgermeister und Polizeiverwalters in Hildesheim begann im Mai 1937, wo er u.a. Empfehlung des Kreisleiters der Partei eingesetzt wurde.

1938 wurde ihm da Amt des Oberbürgermeisters übertragen. Die Hoffnung, die die Partei in Werner Krause gesteckt hatte, erfüllte er jedoch nicht. Dr. Werner Krause setzte sich unabhängig von der Parteizugehörigkeit für Hildesheimer Bürger ein und stellte ihre Interessen über die der NSDAP. Dadurch wuchs der Unmut in der Partei gegen den Oberbürgermeister.

Anfang 1943 wurde ihm deshalb vom Regierungspräsidenten Binding erstmals der Amtsverzicht nahegelegt. Krause lehnte diesen jedoch strikt ab. Die Parteiführung wendete sich nun auch gegen seine Frau, die in eine Fabrik zwangsversetzt wurde.

Im Juli 1943 fand die Partei endlich einen Grund Werner Krause aus seinem Amt zu entlassen. Nachdem er wegen eines dienstlichen Belangs einige Tage außerhalb Hildesheims unterwegs war, unterstellte man ihm, er hätte aufgrund des Kriegszustandes als Luftschutzleiter die Stadt nicht verlassen dürfen. Die Führung der Amtsgeschäfte wurde ihn untersagt. Sie wurden von Georg Schrader übernommen. Dennoch blieb Kraus nominell weiterhin Oberbürgermeister von Hildesheim bis zu seiner endgültigen Entlassung im Juni 1945.


Quelle:
Brettschneider, Jana
Oberbürgermeister Dr. Werner Krause
– Ein Nationalsozialist verweigert sich, in: Hans-Dieter Schmid (Hrsg.) ,
Hildesheim im Nationalsozialismus – Aspekte der Stadtgeschichte, Hildesheim 2002

Oberbürgermeister Dr. Werner Krause
verhielt sich nicht linienkonform und wurde deshalb abgelöst
Foto: Stadtarchiv Hildesheim
Best.-Nr. 951-898-4

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